Wissen für Alle
Mit Maden, Algen und Pollen auf Verbrecherjagd

Kurzübersicht

Zu Recht steht die Analyse menschlicher DNA im Fokus vieler Medienberichte, Kriminalfilme oder bei Aktenzeichen XY: Dem Verbrechen auf der Spur mit Hilfe der Molekularbiologie, die in den letzten Jahren wahre Quantensprünge vollzogen hat. Oft gerät dabei ins Hintertreffen, dass es auch nicht-menschliche Spuren gibt, die erkannt, gesichert und analysiert werden müssen. Naturkundliche Spuren führen tatsächlich noch immer eine Art Orchideen-Dasein, auch in den forensischen Wissenschaften – doch das scheint sich zu ändern.

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Der Vortrag

Prof. Dr. phil. nat. Jens Amendt wird sein Augenmerk auf die Spuren am forensischen Tellerrand richten – Pollen, die nicht nur Allergien auslösen können, sondern dem Experten verraten, wann der Mensch das letzte Mal geatmet hat. Fliegenmaden, die den Todeszeitpunkt eines Körpers genau datieren, ungeachtet seines fortgeschrittenen Verwesungszustandes. Algen, die zeigen, dass ein Mensch nicht ertrunken ist, sondern schon tot ins Wasser geworfen wurde. Oder winzige Blattfragmente, und hier kommt dann doch die Molekularbiologie ins Spiel, die einen Tatverdächtigen mit einem Tatort in Verbindung bringen, obwohl der dort „nie gewesen sein will“.

Der Vortrag zeigt, wie das alles funktioniert, aber auch, was (noch) nicht geht: Die Natur macht eben manchmal doch, was sie will und nicht immer sind die Verhältnisse so eindeutig, wie bei dem genetischen Fingerabdruck eines Menschen, der mit fast hundertprozentiger Sicherheit der Polizei verrät, dass Herr X seine DNA am Mordopfer zurückgelassen hat… Deswegen herrscht noch viel Forschungsbedarf und auch darüber muss geredet werden: Brauchen wir eine „Body Farm“ in Deutschland, eine Einrichtung, in der an menschlichen Leichen geforscht und experimentiert wird?

Veranstaltungsdetails

Datum:
26. Juni , 18:00 Uhr
Ort:
WRI - Institut für Technologie*
Im Weidig 5, 63785 Obernburg
Verfügbare Plätze:
85

Der Referent

Prof. Dr. phil. nat. Jens Amendt

Prof. Dr. phil. nat. Jens Amendt, Jahrgang 1965, leitet als Kriminalbiologe im Institut für Rechtsmedizin in Frankfurt am Main seit über 20 Jahren die Abteilung Forensische Entomologie.

Er promovierte im Naturkundemuseum und Forschungsinstitut Senckenberg in Insektenkunde und arbeitet zu Insekten, aber auch anderen naturkundlichen Spuren in der Forensik. Der Experte versteht die Sprache der Insekten und anderer naturkundlicher Spuren und kann ihre Botschaften auf toten Körpern lesen. Zahlreiche Publikationen und Buchbeiträge zu diesem Thema wurden von ihm verfasst.

Mit Gutachten zur Todeszeit von Gewaltopfern unterstützt er Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft, aber auch Fälle von Vernachlässigung und Verwahrlosung lebender, pflegebedürftiger Menschen zählen zu seinen Aufgaben.

Wie können Maden Mörder entlarven, Pflanzen Hinweise zum Tatort liefern oder Bodenuntersuchungen einen Täter mit dem Opfer in Verbindung bringen? Wenn Rechtsmediziner ratlos sind, kommt er zum Einsatz.

Sein nächstes Ziel hat er bereits vor Augen: Die erste „Body Farm“ in Deutschland.

Informationen zur Anmeldung:
  • Buchungsänderungen bis 24h vor Veranstaltungsbeginn möglich.
  • Bitte zeigen Sie uns am Einlass Ihre Buchungsbestätigung ausgedruckt oder per Handy vor.
  • Ausreichend Parkplätze in unmittelbarer Nähe vorhanden.
  • Der Eintritt ist frei! Die Veranstaltungen finden in den klimatisierten Räumen des WRI statt.
  • Die Kapazität im WRI ist auf 100 Sitzplätze begrenzt. Bei großer Nachfrage bemühen wir uns um eine Ausweichmöglichkeit oder einen Zweittermin.
  • Für sonstige Fragen wenden Sie sich bitte an: vortrag@wri-obernburg.de

Hinweis:

Ihre persönlichen Daten werden nur im Rahmen der Vortragsreihe verwendet und auf Wunsch nach den gebuchten Veranstaltungen gelöscht. Während der Veranstaltung behalten wir uns vor Bildaufnahmen anzufertigen, welche gegebenenfalls veröffentlicht werden. Das WRI - Institut für Technologie* behält sich Änderungen, bzw. Absagen vor.

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